Die diesjährige Hannovermesse hat vor gut einem Monat ihre Pforten geschlossen und nach der Nachbereitung ist es an der Zeit, ein Resümee zu ziehen. Wurden in Hannover neue Trends gesetzt und falls ja, welche waren dies? Dem Kontext dieses Blogs verpflichtet, werfe ich einen Blick durch eine „PLM-Brille“ auf die News dieser Messe.
Traditionell finden sich PLM-Hersteller, Dienstleister und Beratungshäuser auf der Leitmesse „Digitale Fabrik“ in Halle 7 zusammen. Das Leitthema und der allgegenwärtige Aufmacher an vielen Messeständen war in diesem Jahr das Schlagwort „Industrie 4.0“. Dieses Schlagwort wirft natürlich Fragen auf, zumal wir im ultraschnellen Internet gerade einmal bei Release 2.0 angekommen sind.
Laut Wikipedia soll der Begriff „Industrie 4.0“ die vierte Revolution des Industriezeitalters charakterisieren. Nach der Mechanisierung der Industrie mittels Wasser- und Dampfkraft (Release 1.0), der Massenproduktion durch Fließbandfertigung und den Einsatz elektrischer Energie (2.0) und dem Einsatz von IT in der Produktion zur weiteren Automatisierung (3.0) wird jetzt eine weitere Evolutionsstufe genommen. Unter dem Begriff „Industrie 4.0“ finden sich alle Strategien zusammen, deren Automatisierungsgrad durch Verfahren, Methoden und Prozesse zur Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose bis hin zu selbstlernenden Systemen charakterisiert ist. Es geht also darum, Produktionssysteme zu befähigen, selbständig Entscheidungen zu treffen und nicht nur eine Meldung zu geben, wenn ein Parameter aus dem Ruder läuft. Das könnte zum Beispiel dazu führen, dass der Ausfall einer Maschine durch eine automatische Neuorganisation der Fertigungsstraße kompensiert wird. Diese Implementierung von intelligenten Entscheidungsregeln in Produktionssteuerungssysteme ist ein gewaltiger Schritt. Das zeigt zum Beispiel auch, dass das Bundeswirtschaftsministerium Fördermittel für die Forschung in diesem Bereich zur Verfügung stellt. Wobei man auch kritisch anmerken muss, dass gegenüber den Mehrkosten für Flughäfen, Opernhäusern und anderen Großprojekten diese Fördersumme sehr bescheiden aussieht.
Was hat jetzt aber dieser sehr produktionslastige Begriff „Industrie 4.0“ mit PLM zu tun?
Produktionssysteme können nur auf Basis von Daten Entscheidungen treffen. So etwas wie ein „Bauchgefühl“ für Maschinen überlassen wir dann lieber noch der „Industrie 5.0“. Produktrelevante Daten liegen in PLM-Systemen und müssen somit mit den Industrie-4.0-Systemen ausgetauscht werden. Neben einer eher methodischen Herausforderung an eine Kommunikation von verschiedenen IT-Systemen über eine Schnittstelle (Synchronisierung, Datenmapping etc.) gibt es hier noch eine technische Herausforderung. Produktionsnahe Systeme benutzen spezielle Kommunikationsprotokolle (PROFIBUS, PROFINET etc.). Die meisten PLM-Systeme kommunizieren über Webservices mit der Außenwelt. Hier muss sich von beiden Seiten aufeinander zubewegt und eine gemeinsame Sprache definiert werden.
Ein weiterer Punkt ist natürlich die Integration in PLM-Prozesse. Es kann also nicht nur darum gehen, dass Industrie-4.0-Systeme auf Daten in PLM-Systemen zugreifen und diese Daten nutzen, sondern es muss auch über den Schritt nachgedacht werden, die dann getroffenen Entscheidungen und Auswirkungen mit den PLM-Prozessen zu verzahnen. Auf der einen Seite könnte es notwendig sein, diese Änderungen in der Stückliste oder der Baseline aufgrund von Zertifizierungs- und Zulassungsverordnungen zu dokumentieren. Auf der anderen Seite könnten diese Änderungen auch wertvolle Hinweise für den Produktentwicklungsprozess einer Neu- oder Ableitungskonstruktion geben und somit zur Produktinnovation beitragen.
Je länger man über dieses Thema nachdenkt, umso mehr Gemeinsamkeiten und Schnittmengen zwischen der Industrie-4.0- und der PLM-Welt fallen einem ein. Ich würde mich über Kommentare zu diesem Blogartikel sehr freuen und stehe einer Diskussion offen gegenüber.




Das Programm bot natürlich informative Präsentationen des Herstellers über die zukünftigen Releases für das Produkt Oracle Agile PLM. Weiterhin standen auch Vorträge von Unternehmen auf der Agenda, die die Oracle-Lösungen aktiv einsetzen.
Um zu vermeiden, dass nun jedes Unternehmen jeden Schritt einzeln tun muss, hat es sich die 


Mehr als die Hälfte meines Berufslebens durfte ich im Bereich der
Mit diesem positiven Ausblick verabschiedet sich DER PLM-BLOG in die Weihnachtsferien. Wir wünschen Ihnen schöne Advents- und Weihnachtstage. Und kommen Sie gut in das neue Jahr.





