In einigen Blogposts haben wir uns bereits ausführlich mit sozialen Netzwerken und deren Auswirkungen und Einflüssen auf die PLM-Welt auseinander gesetzt. Hier sei auf die Artikel Social Media und PLM, Google+, Kaffeeküche 2.0 und IT-Trends 2011 und die Auswirkungen auf das PLM, Teil 2 verwiesen.
Heute möchte ich einen ganz speziellen Blick in dieses Social-Network-Gedöns werfen. Das Businessprotal XING ist gerade in Deutschland sehr verbreitet. Ich selbst habe dort auch einen Account. Den größten Nutzen ziehe ich dabei aus etwas sehr profanem: Meine Kontaktliste ist selbst aktualisierend und somit immer auf dem aktuellen Stand – ganz im Gegensatz zu meinen Outlook-Kontakten. Und wir sind hier ja unter uns und es bekommt ja keiner mit: Die Timeline mit den Jobwechsel-Profilupdates, das ist doch die „GALA“ für uns Businesskasper, oder?
XING hat vor einigen Wochen eine neue Funktion freigegeben: „XING Themen“. Was das ist, erklärt der zuständige Produktmanager Dr. Tobias Beyer in seinem Blogpost Einfach relevante Beiträge finden: XING Themen startet. In einem Satz zusammengefasst sind XING Themen die Möglichkeit, sich mit „Nicht-Kontakten“, die aber ein identisches Interesse teilen, locker zu vernetzen. Das klingt interessant.
Netzwerke und Strukturen kennen wir im PLM auch. Stücklisten, verknüpfte Dokumente, Berechtigungen, Änderungen, Lieferanten und Kunden. Diese Strukturen werden über das Datenmodell im PLM-System miteinander „verdrahtet“ und sind somit in Beziehung. PLM-Prozesse verändern dann diese Daten, ihre Metadaten, ihren Reifegrad oder den Status. Bezogen auf XING sind das meine Kontakte des ersten, zweiten, dritten usw. Grades. XING hat sogar so etwas wie einen Verwendungsnachweis (Where used): „Zeige alternative Verbindungen: “Was wäre, wenn diese Person kein direkter Kontakt wäre”. Oder die bereits oben GALAnt angesprochenen Jobwechsel sind vergleichbar mit Change Orders im Engineering.
Aber was ist die Entsprechung dieser neuen Funktion „XING Themen“ im PLM. Das müsste ja dann so eine Art Subscription oder Abonnement im PLM System sein. Diese Abos zeigen einem dann Änderungen an Daten an, zu denen ich keine oder nur eine weit entfernte Datenmodellverbindung habe. Oder von deren Existenz ich eigentlich gar nicht weiß, aber das gemeinsame „PLM Thema“ locker verbindet. Sicherlich komme ich über leistungsfähige, integrierte Suchmaschinen im PLM-System auch zu diesen Daten bzw. Informationen, aber dieser Themen drehen ja gerade den Informationsfluss um. Ich muss sie mir nicht aktiv holen, sie werden mir geliefert.
Eine hoffentlich folgende Diskussion zu diesem Thema möchte ich mit den folgenden Fragen eröffnen: Wo sehen Sie konkrete Anwendungsfälle für diesen Themen-Mechanismus in einem PLM-System? Kennen Sie vielleicht schon Umsetzungen einer solchen Funktionalität? Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion mit Ihnen.



