Liebe Blog-Leser,
neben Facebook und Co. gibt es jetzt ein weiteres soziales Netzwerk: Google+. Mit Google+ startet Google nach dem als Experiment zu zählenden Wave einen neuen Anlauf im Bereich Social Media. Wird die Plattform erfolgreich? Vielleicht ist diese Grafik ein Indiz.
Google+ richtet sich in seinem derzeitigen Status an Privatpersonen. Es bietet im Prinzip die gleichen Features wie Facebook. Das Design ist „Google-like“ klar strukturiert. Mir gefällt es! Neben dem Design ist mir auch das Berechtigungskonzept positiv aufgefallen: Circles.
Circles erlaubt es, verschiedene Kreise einzurichten. Die Kreise „Freunde“, “Familie“, „Bekannte“ und „nur folgen“ sind schon voreingestellt. Man kann beliebige Circles hinzufügen, z. B. „Arbeitskollegen“ oder „Mitstudenten“. Da eine Person in mehreren Circles sein kann, lässt sich ein sehr genaues „Berechtigungskonzept“ aufbauen.
Verwendet werden die Berechtigungen für die Kommunikationskonzepte: Streams, Hangout, Chat und Huddle
- Streams bezeichnet die „Wall“ von Google+. Im Unterschied zu anderen Netzen gibt es keine persönlichen Nachrichten mehr. Alles wird auf der Wall gepostet. Durch die Sichtbarkeit wird gesteuert, welcher Circle den Post sieht. Zum Beispiel postet man im Kreis „Mitstudenten“ die Einladung für ein Ehemaligentreffen. Die Wall kann so eingestellt werden, dass nur Streams eines bestimmten Circles angezeigt werden.
- Hangout soll es ermöglichen, digital „rumzuhängen“. Man kann wieder Personen aus Circles einladen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Dazu kann man über Video-, Voice- und Textchat miteinander kommunizieren. Es gibt z. B. die Möglichkeit, YouTube-Videos in einem Hangout einzublenden. Auf dem Rechner jedes Teilnehmers wird das Video zum gleichen Zeitpunkt abgespielt. Somit kann über den Inhalt diskutiert werden.

- Chat ist ein einfacher Textchat.
- Huddle ist der Mitbewerber für Smartphone-Kurznachrichten-Dienste wie „WhatsApp“. Über die Google+-App für Android können Nachrichten an andere User oder Circles vom Smartphone verschickt werden. Diese User bekommen genau wie bei einer SMS eine Benachrichtigung und können antworten. Im Gegensatz zur SMS wird die Nachricht jedoch über das Internet verschickt. Es fallen keine SMS-Gebühren an. Schön ist die direkte Verwendung von Circles!
Sparks ist eine Funktion, die laut Google „For nerding out together“ ist. Mir ist jetzt nicht ganz klar, was das bedeuten soll
. Im Prinzip ermöglicht Sparks, zu einem Thema auf dem Laufenden zu bleiben. Man kann alle persönlichen Interessen hinzufügen und bekommt eine Liste von interessanten Links und News (anscheinend aus Google News). Einzelne Einträge kann man dann teilen – also auf der Streams-Seite anzeigen lassen.
Was hat das mit PLM zu tun? Meiner Meinung nach ist die Online-Kollaboration ein wichtiger Teil von PLM. Wenn User in einem PLM-System die Möglichkeit bekommen würden, Hangouts über die Freigabe eines Produktes durchzuführen, würde das viele Chancen eröffnen. Der User könnte weltweit verteilt einzelne Details diskutieren und beispielsweise Änderungen direkt mit den Beteiligten Personen durchführen. Die Diskussion könnte man direkt mit in den Änderungsgrund verlinken.
Auch das dynamische Erstellen von Berechtigungen finge ich gut. Es ist zwar in ähnlicher Form in modernen PLM-Systemen vorhanden, die intuitive Benutzbarkeit und einfache Kategorisierung habe ich bis jetzt noch nicht gesehen.
Abschließend betrachtet, sollten meiner Meinung nach Neuerungen aus dem Social-Media-Bereich immer auch ein Thema für PLM-Software sein. Natürlich erschweren die Rahmenbedingungen eine sofortige Implementierung, langfristig können jedoch einige Konzepte übernommen werden.
Zum Abschluss des Artikels möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich in Zukunft seltener auf diesem Blog sichtbar sein werde. Ich verlasse DataSquare und werde als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg beginnen. Dort beschäftige ich mich mit sozialen Netzwerken. Das Thema meines vorerst letzten Artikels (ab und zu werde ich aber wieder „vorbeischauen“) ist also kein Zufall
.
Ich wünsche meinen Blog-Kollegen weiterhin viel Spaß beim Schreiben und Ihnen beim Lesen und Kommentieren!




2 Kommentare
1 Ping
Hendrik Roreger sagt:
29. August 2011 von 10:15 (UTC 1)
Das ist wahrscheinlich die größte Hürde für einen Facebook-Konkurrenten. Google hat anfänglich ja ermöglicht Facebook-Kontakte zu importieren, um die Migration zu vereinfachen. Mittlerweile wurde das jedoch von Facebook deaktiviert.
Spannend ist, ob es eine Entwicklung zu globalen Profilen geben wird, die dann in jedem Netzwerk verwendet werden können. Das widerspricht natürlich den Interessen einiger Betreiber.
jumpr sagt:
23. August 2011 von 15:31 (UTC 1)
Ich bin wirklich mal gespannt wie sich die Sache mit Google+ entwickelt, sehe es aber momentan noch relativ skeptisch. Ich denke mal der Großteil der Menschen in unserem schönen Land wird nicht ganz verstehen warum sie, grade erst bei Facebook gelandet, bereits wieder woanders hin sollen.
Der PLM-Blog » Gedanken zu „XING Themen“ - Der PLM-Blog sagt:
28. September 2012 von 13:53 (UTC 1)
[...] Einflüssen auf die PLM-Welt auseinander gesetzt. Hier sei auf die Artikel Social Media und PLM, Google+, Kaffeeküche 2.0 und IT-Trends 2011 und die Auswirkungen auf das PLM, Teil [...]