IT-Trends 2011 und die Auswirkungen auf das PLM, Teil 3

Heute folgt der dritte und letzte Teil meiner Beurteilung der Gartner-Liste Top 10 des Jahres 2011 in Bezug auf PLM und PLM-Systeme. Gartner analysiert jedes Jahr, welche Technologien den bedeutendsten Einfluss auf die IT-Industrie haben werden. Hier geht es zum ersten und zum zweiten Beitrag.

Context-Aware Computing

Mit dem Namen „Context-Aware Computing“ wird ein Konzept beschrieben, das die Interaktion von Benutzern mit ihren Computern verbessern soll. Dabei werden Informationen über soziale Netzwerke, Kalender und Aktivitäten in der Vergangenheit über einen Benutzer gesammelt, um Dienste, Produkte oder benutzerspezifische Information individuell zur Verfügung zu stellen. Es ist also eine Art intelligenter persönlicher Assistent, der dem Nutzer von morgen in unterschiedlichen Lebenssituationen wie z. B. auf Reisen oder im täglichen Leben unterstützend zur Seite steht. Natürlich wird diese Technologie auch für Werbung verwendet werden können. Gartner vermutet, dass bis 2016 ein Drittel der marktführenden Unternehmen auf diese Technology setzen werden.

Es könnte ein interessanter Ansatz für PLM-Systeme sein, dem Benutzer entsprechend seines derzeitigen Arbeitsfeldes, seiner Arbeitsweise und anderen individuellen oder projektspezifischen Faktoren eine flexible und optimierte Umgebung zu erzeugen.

Mein Fazit: PLM-Daumen halb hoch.

Storage Class Memory

Der Begriff “Storage Class Memory” ist die Bezeichnung von IBM für die Flash-Speicher-Datenträgertechnologie, besser bekannt als Solid State Drive. Neben reduziertem Stromverbrauch und geringerer Wärmeentwicklung ist auch die Datenübertragung deutlich schneller im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten. Mittlerweile sind die Datenträger erschwinglich und somit auch für Notebooks und Desktop Rechner geeignet, wo alle Vorteile uneingeschränkten Nutzen bringen. Gartner sieht daher sowohl im privaten als auch beruflichen IT-Umfeld zunehmend stärkere Nutzung dieser Speichertechnologie.

Im Bereich PLM könnte man den Datenspeicher im Server einsetzen, allerdings wäre eine Beschleunigung nur spürbar, wenn der Zugriff auf den Server mit einer entsprechend schnellen Datenleitung erfolgen könnte. Die anderen oben angesprochenen Vorteile würden zweifellos auch einen positiven Effekt für die Server von PLM-Systemen schaffen.

Mein Fazit: Storage Class Memory für PLM-Systeme – Daumen halb hoch.

Ubiquitous Computing

Hinter Ubiquitous Computing verbirgt sich die Ablösung von Personal Computern durch sogenannte allgegenwärtige „intelligenten Gegenstände“. Immer kleinere miteinander vernetzte Computer sollen Menschen unauffällig in allen Lebenslagen unterstützen und dafür in beliebige Alltagsgegenstände integriert werden. Diese Gegenstände erfassen durch Sensoren Informationen aus ihrer Umgebung und kommunizieren mit anderen Gegenständen sowie dem Internet. Ein erster deutlicher Schritt in diese Richtung ist das Mobile Internet, das bereits viele Menschen zum Beispiel in Kombination mit GPS-Daten stark unterstützt. Gartner sieht, nach der ersten Ära der Mainframes und den darauffolgenden Personal Computern, die dritte Welle der Computer durch diese Entwicklung auf den Weg gebracht.

Was diese Entwicklung für PLM-Systeme bedeutet, kann man meiner Meinung nach nur schwer erahnen. Sicher könnten die Informationen von derartigen Computern verwendet werden, um Daten für Analysen jeglicher Art zu sammeln und auszuwerten.

Mein Fazit: Man wird sehen …

Fabric-Based Infrastructure and Computers

Dieses Konzept nutzt einen Pool von Hardware-Ressourcen, der zentral für ein Unternehmen verwaltet wird. Benutzer bekommen den benötigten Speicher, CPU und GPU Rechenleistung usw. für ihre Arbeit dynamisch von einer zentral gesteuerten Software zugewiesen. Die Ressourcen eines Unternehmens können durch diese Technologie maximal ausgeschöpft und Performanceprobleme stark vermindert werden. Gartner zählt auch diese Technologie zu den Trends der kommenden Jahre.

Einen direkten Einfluss auf PLM-Systeme kann ich derzeit jedoch nicht ausmachen, doch für die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens brächte dieser Ansatz zweifellos große Verbesserungen. In die IT-Infrastruktur ist wiederum das PLM-System eingebunden, das von derartigen Optimierungen dann natürlich indirekt profitieren würde.

Mein Fazit: Wird PLM-Systeme selbst nicht voranbringen – deshalb Daumen runter.

Das waren meine Einschätzungen zu den von Gartner beschriebenen IT-Trends. Ich werde die Trends und ihre Auswirkungen auf das PLM weiter im Auge behalten.

Über den Autor

Autor: Bernd Kensbock

Bernd Kensbock

Diplom-Informatiker (FH) und Consultant PLM-Entwicklung
Das Spannende an meiner Arbeit im Entwicklungsteam ist es, Unternehmensdaten und -prozesse zu strukturieren und in einem PLM-System abzubilden. Besonders wichtige Faktoren sind dabei Akzeptanz und Effektivität sowie die flexible Anpassbarkeit des Resultats, damit das System offen für künftige Herausforderungen ist.

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  1. Der PLM-Blog » Produktinnovation vs. PLM-Innovation - Der PLM-Blog sagt:

    [...] Bedeutung für zukünftige PLM-Systeme haben werden. Mein Kollege Bernd hat eine Bewertung der Top Ten „IT Trends 2011“ der Gartner Group vorgenommen und dargelegt, welchen Einfluss diese Top Ten auf den PLM-Markt haben könnten. [...]

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